Seid wachsam und haltet euch bereit
Mt 24, 37-44




Adventszeit

Ursprünglich entsprach der Begriff „Advent“ dem griechischen Begriff „epiphaneia“ (Erscheinung) und bedeutet „Ankunft“ bzw. „Anwesenheit“ (insbesondere die Ankunft von Königen oder Kaisern). Es wurde damit aber auch die Ankunft der Gottheit im Tempel ausgedrückt.Die Adventszeit war ursprünglich eine Fastenzeit. Der erste Adventssonntag liegt zwischen dem 27. November und dem 03. Dezember. Die Adventszeit dauert 22 bis 28 Tage und umfasst immer vier Sonntage, von denen der erste Sonntag gleichzeitig der erste Tag der Adventszeit ist. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt in der katholischen und evangelischen Kirche auch das neue Kirchenjahr. Die Adventszeit endet mit dem Heiligen Abend. In der katholischen Kirche verbreitet sind in der vorweihnachtlichen Zeit die so genannten Roratemessen, das heißt, frühmorgendliche Heilige Messen im Schein von Kerzenlicht.

Die Adventssonntage im Kirchenjahr haben jeweils einen besonderen Charakter: Der erste Adventssonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Der zweite Adventssonntag hat die erhoffte Wiederkunft des Herrn zum Thema. Der dritte Adventssonntag erinnert an Johannes den Täufer. Im Zentrum des Gottesdienstes am vierten Adventssonntag steht der Lobgesang Mariens.

Die Sonntage im Advent sind nach den Anfangsworten des Eingangspsalms der Messe benannt:
1. Sonntag im Advent: Ad te levavi = Zu dir erhebe ich meine Seele
2. Sonntag im Advent: Populus Sion = Volk von Zion, siehe, der Herr wird kommen, zu retten die Völker
3. Sonntag im Advent: Gaudete = Freut euch im Herrn allezeit
4. Sonntag im Advent: Rorate = Tauet, ihr Himmel, von oben, und die Wolken sollen herabregnen den Gerechten
Die liturgische Farbe der Adventszeit ist violett.

Geschichte des Adventskranzes
Der Adventskranz wurde von Johann Hinrich Wichern (1808–1881) eingeführt. Der Hamburger evangelisch-lutherische Theologe und Erzieher nahm sich Kindern an, die in großer Armut lebten. Er zog mit ihnen in ein altes Bauernhaus und betreute sie dort. Da die Kinder während der Adventszeit immer fragten, wann denn endlich Weihnachten sei, baute er 1839 aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 4 großen weißen Kerzen. An jedem Sonntag in der Adventszeit wurde eine große Kerze mehr entzündet, so dass die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen konnten. In Österreich und Süddeutschland (Bayern) wurde der Brauch des Aufstellens eines Adventskranzes erst nach 1930 übernommen.

Symbolik des Adventskranzes
Es gibt verschiedene Deutungen der Symbolik des Adventskranzes. Die ursprüngliche Symbolik ist die Zunahme des Lichtes als Ausdruck der steigenden Erwartung auf die Geburt von Jesus Christus hin, der als "Licht der Welt" bezeichnet wird. Hinzu sind verschiedene Deutungen getreten, die sich auf die Kreisform, die Symbolik des Kranzes, das Tannengrün im Winter sowie die verwendeten Farben der Kerzen oder auch der Schleifen beziehen. So wird er gern auf den Erdkreis und die vier Himmelsrichtungen gedeutet. Der Kreis symbolisiert auch die mit der Auferstehung gegebene Ewigkeit des Lebens, das Grün das Leben an sich und die Kerzen das kommende Licht, das in der Weihnachtsnacht die Welt erleuchtet. Früher war es in Gebieten mit überwiegend katholischer Bevölkerung üblich drei violette- und eine rosafarbene Kerze zu verwenden. Die rosa gefärbte Kerze wurde am 3. Adventssonntag, dem so genannten Freudensonntag („Gaudete“), entzündet. Manchmal wird der Adventkranz auch mit Kerzen in den vier Farben violett, rot, gelb und weiß geschmückt, die in dieser Reihenfolge entzündet werden. Es gibt die Tradition, dass der Adventskranz gegen den Uhrzeigersinn entzündet wird